Paraty / Trinidade

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28.08.2017 – 02.09.2017

Paraty

Am Montag gehts weiter von Ilha Grande nach Paraty. Wir nehmen ein Schnellboot (die güstigen Segelschiffe waren leider schon ausgebucht) nach Angra dos Reis. Während der Fahrt macht der Kapitän plötzlich einen abrupten Stopp. „Was ist los“, denken wir, einige Leute von einem anderen Boot „winken“ uns zu. Dann sehen wir es ebenfalls, wir sind in einem Fischernetz hängen geblieben. Nach einer kurzen hitzigen Diskussion zwischen Kapitän und dem Navigator des Schnellboots, kann die Fahrt wieder fortgesetzt werden. In Angra angekommen, suchen wir zuerst einmal die Rodovaria (Busbahnhof). Es ist das erste mal, dass wir einen Fernbus nehmen und wir wissen noch nicht genau wie das funktioniert. Aber ersmal angekommen an der Rodovaria wird uns erklärt, wir können die Tickets direkt im Bus kaufen. Es ist ein ganz gewöhnlicher, einfacher Bus, der nahezu überall anhält, aber dafür auch äusserst preiswert ist (14 Reais, was nicht einmal sFr 5.- macht). Nach guten zwei Stunden Fahrt, kommen wir schliesslich in Paraty an. Unser Couchsurfing Host, André, hat uns bereits geschrieben, dass er uns abholen wird – was für ein Service. Am Busbahnhof angekommen brauchen wir auch nicht lange auf unser Taxi zu warten. Andre’s Cousin „Messia“ und dessen Freundin „Ana“ erkennen uns mit unseren grossen Backpacks schon von weitem. Nach einer kurzen Begrüssung geht es mit dem Auto über unzählige Speedbumps Richtung Jabaquara, einem Aussenquartier von Paraty. Die Speedbumps sind teilweise so hoch, dass sie mit dem Auto nur sehr langsam darüberfahren können und trotzdem teilweise auflaufen. Glücklicherweise ist das Wohnquartier Jabaquara nicht weit von der Stadt entfernt, so dass wir nach einer kurzen Zeit bei der Wohnung eintreffen. Wir werden von André herzlich begrüsst und gleich mit viel Essen versorgt. Wie wir erfahren ist Andre erst seit kurzem bei Couchsurfing dabei, betreibt es jedoch sehr intensiv. Neben uns waren zwei von Chile, drei argentinische Landsleute und eine von Südafrika dort. Das Haus ist komplett voll und Andre’s Zimmer ist mit allen Couchsurfern belegt. Diese Tatsache liess niemand aus der Ruhe bringen, denn Andre hatte trotz der vielen Gästen immer noch eine Matraze übrig, die kurzerhand im Wohnzimmer auf dem Boden platziert wird und für diese Nacht unser Schlafplatz ist.

In den nächsten Tagen werden wir lernen, was Gastfreundschaft in Brasilien bedeutet. Uns wird mehr von den Augen abgelesen als uns lieb ist, und wir werden rund um die Uhr mit Essen versorgt.

Tags darauf besuchen wir das malerische Städtchen Paraty. Von Andres Haus aus ist es nur etwa 30 Minuten zu Fuss zur Stadt. Wir machen unterwegs bei einer alten Festung aus der Kolonialzeit halt. Dort bietet sich uns eine schöne Aussicht über Paraty. Beim Meer können wir sogar noch die eine oder andere Schildkröte beobachten. Anschliessend schlendern wir durch die Stadt. Die Altstadt ist verkehrsfrei und die Häuser sehen alle aus, als wären wir noch im 18ten Jahrhundert. Entlang der Küste stehen überall Boote bereit, um mit den Touristen aufs Meer hinaus und die vorgelagerten Inseln zu besuchen. Es ist schon etwas lästig, wenn man alle 10 Meter zu einer „Bootstour“ aufgefordert wird. Aber da gerade keine Hochsaison ist, versuchen wohl alle die wenigen Touristen für sich zu gewinnen. Als wir die Altstadt verlassen, bemerkten wir schnell die architektonischen Unterschiede. Wir haben den Eindruck, dass am Stadtrand wahrscheinlich die ärmeren Bewohner angesiedelt sind. Die Häuschen sind sehr einfach gebaut, nicht gerade in Topzustand, aber dennoch bunt bemahlt, was auch seinen Charme hat. Nach unserem Stadtrundgang kehren wir zurück zu unserem Domizil, packen unsere Strandtücher ein und entspannen ein wenig am Strand. Am Abend erwartet uns bereits wieder üppige Verpflegung und Andre nimmt uns später am Abend noch einmal mit in die Stadt, wo wir in einer angesagten Kneipe, Livemusik und lokales Bier geniessen.

Trindade

Am Folgetag machen wir uns gemeinsam mit Andre auf den Weg nach Trindade. Von Paraty aus verkehrt ungefähr jede Stunde ein Bus für weniger als 5 Reais dorthin. Das Wetter könnte kaum besser sein und auch Trindade überwältigt uns mit seinen schönen Stränden, umgeben von üppigen grünen Wälder. Bevor wir diese erkunden, suchen wir uns einen schönen Campingplatz, bei dem wir unsere Rucksäcke deponieren und für zwei Nächte einchecken. Wir verbringen den Tag indem wir von einem schönen zu einem noch schöneren Strand wechseln, zwischendurch noch Halt machen und uns im Meer abkühlen. Schliesslich erreichen wir am Ende der Wanderung eine wunderschöne natürliche Lagune „Piscina Natural do Cachadaço“ in welcher wir uns nochmals ein schönes kühles Bad genehmigen. Am Abend bauen wir auf dem Camping unser Zelt auf, kochen unser Essen und lassen den Abend gemütlich am Strand bei Sternschnuppen und Glühwürmchen ausklingen. In der Nacht gibt es einen Wetterumbruch, welcher sich durch starken Windböen bemerkbar macht. Dies ist die Feuerprobe für unser Zelt, welches glücklicherweise standhaft bleibt.

Am nächsten Morgen machen wir uns trotz Regenwetter auf den Weg durch den Wald zu einem nahe gelegenen Wasserfall. Obwohl wir den Einstieg zuerst nicht finden, und einen alternativen Weg einschlagen, erreichen wir diesen problemlos. Da er ziemlich nahe gelegen ist, sind wir entsprechend früh zurück beim Campingplatz. Da das Wetter immer noch nicht besser ist, genehmigen wir uns in einem Restaurant einen schönen heissen Kaffee und planen unsere Weiterreise nach Florianopolis. Ein grossteil des Nachmittags verbringen wir dann mit Karten spielen. Nach dem Abendessen gehen wir dann nochmals Richtung Dorfzentrum, gönnen uns ein Bierchen und nutzen das gratis Internet, um nochmals die Busverbindungen nach Florianopolis zu recherchieren. Leider konnten wir keine Tickets online buchen, und hoffen darauf, dass wir die günstigen Tickets auch direkt am Busbahnhof in Paraty und Sao Paulo erstehen können.

Reise nach Florianopolis

Am Folgetag packen wir unsere sieben Sachen und versuchen unser nasses Zelt so gut es geht zu trocknen. Wieder im Bus geht es zuerst auf einer sehr holprigen und steilen Fahrt nach Paraty. So nebenbei gesagt, wir staunen wie die Buschauffeure solche Routen problemlos meistern – wir könnten uns das kaum vorstellen. An der Busstation in Paraty gehen wir zum Office der Busgesellschaft, welche nach Sao Paulo fährt. Dort verkauft man uns die Tickets und nun heisst es noch gute 2 Stunden warten, bis unser Bus fährt. Wir decken uns mit etwas Verpflegung ein, bevor es auf die lange Busreise Richtung Florianopolis geht. Als der Bus ankommt, staunen wir nicht schlecht. Obwohl wir wissen, dass die Klasse „Executivo“ etwas besser ist als die „Conventional“, hätten wir uns niemals einen solchen Luxusbus zu träumen gewagt (Wohlverstanden es gibt auch noch höhere, oder zumindest eine höhere Klasse). Die Sitze sind enorm gemütlich und man kann sich nahezu in Liegeposition begeben. Während wir die Landschaft bestaunen und vor uns hindösen, geht es Richtung Sao Paulo. Mittels GPS verfolgen wir jeweils unsere Fahrt, das gibt uns einen Eindruck, wie weit wir sind und ob der Bus verspätet ist. Als wir uns von der Strandlandschaft entfernen, steuern wir die Stadt „Sao Miguel dos Campos“ vor Sao Paulo an. Es ist bereits am Eindunkeln und Manuela sagt plötzlich, sieh dieses spezielle „Abendrot“. Als wir uns der Stadt näherten sehen wir, dass das Abendrot nichts anderes als die Lichter dieser Stadt ist. Die Stadt erscheint uns riesig und wir müssen nochmals sichergehen, dass dies noch nicht Sao Paulo ist. An der Rodovaria in Sao Miguel angekommen schauen wir auf die Uhr und sehen, dass wir in ca. 30 Minuten in Sao Paulo ankommen sollten. Das wird wohl nichts, mit guten 1.5 Stunden Verspätung treffen wir dann ein und sind schon einmal froh über unsere Entscheidung, dass wir „nur“ in der riesigen Rodovaria sind und nicht in der Stadt einen Zwischenstopp machen. Der Busbahnhof ist in etwa so gross wie der Flughafen Zürich und es hat unzählige Schalter aller Busunternehmen die von hier aus fahrten anbieten. Nach etwas Suchen finden wir dann aber auch die Busfirma, welche die günstigen Tickets nach Florianopolis verkauft. Leider ist die Busreise ausverkauft und wir hoffen, dass die zweite und letzte „günstige“ Busgesellschaft noch Tickets verfügbar hat (die Preise belaufen sich zwischen 95 und 300 Reais). Glück gehabt, noch genau drei freie Plätze sind für die Nachtfahrt nach Florianopolis übrig. Pünktlich um 22.15 geht es dann los, und wieder erhalten wir einen solch komfortablen Bus, wie jener nach Sao Paulo. Alle paar Stunden hält der Bus für ca. 30 Minuten an einer Raststätte, wo wir uns verpflegen und die Beine vertreten können. Um 11 Uhr (vorgesehen war 9 Uhr) kommen wir in Florianopolis an. Etwas erschöpft, aber glücklich über die erfolgreiche Fahrt, machen wir uns auf den Weg Richtung Stadt.


English Version

28.08.2017 – 02.09.2017

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 Paraty

Monday we travel from Ilha Grande to Paraty. We take a speed boat (unfortunately the cheap sailing boats are already sold out) to Angra dos Reis. During the journey the captain of the boat stops immediately. «What’s going on» we think, and some people from another boat «are waving» to us. Then we see it too, we stick in a fishing net. After a short but heavy discussion between the captain and the navigator man of the speedboat our journey continues. Arriving in Angra first we search the Rodovaria (Bus terminal). It’s our first time we took a long-distance bus and we don’t know exactly how it works. Finally, when we arrive at the terminal they tell us that we could buy the ticket directly in the bus. It’s an absolutely common, simple bus, which stops nearly everywhere, but it’s very cheap (14 Reais, which are not 5.- swiss francs). After around two hours’ drive we arrive in Paraty. Our Couchsurfing Host Andre already wrote us, that he will pick us up on the station – what a favour. Arrived at the terminal we don’t need to wait long for our Taxi. Andre’s cousin “Messia” and his girlfriend “Ana” recognised us with our backpack from far away. After the greeting, we drive in the car to “Jabaquara”, the district of Paraty where our host lives. The ride goes through many speedbumps, some are that high, that the car nearly touched the ground. Luckily is the district not far away of the city and after a short time we arrived at the house. We are very warm-hearted welcome by Andre and we directly got a delicious dinner. Our host has just two weeks ago started with couchsurfing, but he does it quite intensively. Beside of us were two guests from Chile, three from Argentina and one from South Africa there. The house was completely full and Andres room was already covered with all his guests. But this fact doesn’t make somebody nervous then Andre still has a spare mattress, which we could use in the living room.

In the following days, we’re gonna to get know what’s the meaning of Brazilian hospitality. They do everything for us and around-the-clock we are provided by so much absolute delicious food.

The next day we visit the picturesque city Paraty. It’s only a 30 minutes’ walk from the home. On the way we make a stop by an old colonial fort. There we’ve a great view to Paraty and close to the sea we could also spot some turtles. Afterwards we amble through the city. The historic centre is car free and the houses looks somehow that we feel ourselves back in the 18 centuries. Following the coast are everywhere boats for tourist’s ready to take them on the sea and visit the islands around. It gets a bit annoying as every 10 meter you are called for a boat ride. We think it’s because of low season and they probably try to take the few tourists with them. As soon as we leave the old town, we realise some architectonical differences and we guess that on the other side of the city are more the poor people living. The houses there are pretty simple constructed, not in a perfect maintenance but still quite colourful painted, which keeps the charm. After the city walk we go back and take our towels to the beach to relax a bit. In the evening, already a huge meal is prepared and Andre takes us on the later evening to a bar the town, where we enjoy local beer and life music.

Trindade

On the following day we go together with Andre to Trindade. Every hour runs a bus there for less than 5 reais. The weather couldn’t be better and Trindade overwhelmed us with amazing beaches surrounded by rank green forests. Before we explore those, we search for a beautiful camp site, where we leave our backpacks and check in for two nights. We spend the day by walking from one beautiful to the next more beautiful beach and sometimes we take a rest to cool down in the sea. Finally we arrive the end of the track and reach a wonderful natural lagoon „Piscina Natural do Cachadaço“, where we took again a nice cold bath. In the evening we pitch our tent, cook our dinner and finish the day by watching star lights and glow worms. In the night the weather change, which is perceivable by strong wind squall. This was the first test for our tent and luckily it remains.

Although it is rainy the next morning we hike to a close waterfall. Although we don’t find the entrance and take another path, we reach it without problems. As it is quite close we are early back to the campsite. Unfortunately, the weather isn’t better and we take a hot coffee in a restaurant and plan our travel to Florianopolis. The most of the afternoon we spend by playing cards. After the dinner, we go again to the centre where we drink a beer and use free Wifi, to check again the bus tickets. Unfortunately, we can’t book the tickets only (they require some personal information which we didn’t get since we’re in Brazil) and hope, that we could grab the tickets directly by the bus stations in Paraty and Sao Paulo.

Busjourney to Florianopolis

The next day we pack our stuff and try to dry our wet tent. Back in the bus it goes first with a very bumpy and steep drive up to Paraty. Beside of that, we’re astonished how the bus drivers manage such roads, we barely can’t imagine that. On Paraty’s Bus station we go to the office of the bus company which drives to Sao Paulo. They sell us the tickets and now we need to wait for about two hours, until the bus journey begins. We eat something before we’re heading to the bus to Florianopolis. When the bus arrives, we are pretty surprised. Although we knew that the class «Executive» is better than the «Conventional», we would never have dreamt about such a luxury (well-understood there are even higher classes, or at least one higher). The seats are very comfortable and you can nearly lie inside. While we watch the landscape and sleep a bit the bus runs in direction Sao Paulo. With GPS we observe our journey, that we get an idea if we’re on time. When we go away from the beach landscape we head in direction to the city „Sao Miguel dos Campos“ before Sao Paulo. It’s already getting dark and suddenly Manuela sais, look at this special red sunset. But when we get closer to the city, we realise that the «sunset» is nothing else than the lights of the city. The city seems already so huge, that we check if it’s not Sao Paulo – It isn’t. Arriving there at the rodovaria we look at the time and notice, that we should arrive in approximately 30 minutes in Sao Paulo. We already think we can’t make it on time and we arrive with a delay of 1.5 hours in Sao Paulo, where we are quite happy about our decision only being at the big rodovaria and not making a stopover there. The rodovaria has the size of Zurich airport and heaps of buscompany desks. After a little bit searching we find the company which sells the cheap tickets to Florianopolis. Sadly it was already sold out and we hope that the second and last «cheap» company has tickets available (prices are between 95 and 300 Reais). Fortunately there are exactly three tickets for the night ride to Florianopolis available. Exactly at 22.30 the bus starts and we get a similar comfortable bus, as we had to Sao Paulo. Every few hours the bus stops for a few minutes, where we can eat something and walk around. At 11 am (expected arrival was 9am) we arrive in Florianopolis. A little bit exhausted, but happy about the successful journey we go in the city.

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